Gesundheitszentrum für die Community

Checkpoint ist ein Gesundheitszentrum für die Community für schwule Männer und andere Männer, die Sex mit Männern haben, und für Transmenschen und ihre Angehörigen.

Safer Sex

Safer-Sex-Regeln
  • Beim Anal- oder Vaginalverkehr, mit dem Penis oder einem Accessoire ein Präservativ verwenden
  • Kein Sperma und Blut in den Mund und/oder schlucken

Weiter Schutzempfehlungen

  • Keine gemeinsame Verwendung von Röhrchen, Spritzen etc. für den Drogenkonsum. Keine Banknoten als Röhrchen verwenden.
  • Beim Fisten Handschuhe verwenden.

Safer Sex verhindert eine HIV-Übertragung praktisch total und senkt das Risiko einer Übertragung der anderen STI deutlich.

Was ist Safer Sex?

Eine sexuelle Übertragung von HIV ist möglich, wenn Blut oder Sperma einer Person, die eine bestimmte Anzahl Viruskopien enthalten, über eine geeignete Eintrittspforte (Scheide, Eichel, Anus, Harnröhre, Mund) in Berührung mit einer anderen Person kommen. Dies ist der Fall bei ungeschütztem Anal- und Vaginalverkehr (auch ohne Samenerguss), beim Oralsex mit Samenerguss in den Mund oder wenn Blut vorhanden ist (Cunnilingus während der Menstruation, Anilingus nach einer Penetration).

Enger Kontakt zwischen der Genital- und/oder Analschleimhaut kann für eine Übertragung ebenfalls ausreichend sein.

Bei einem Kontakt zwischen Genital-/Analschleimhaut und Speichel (ohne Samenerguss und ohne Blut) besteht kein Risiko einer HIV-Übertragung.

Beim Safer Sex geht es also um Folgendes:

  • Bei eindringendem Anal- oder Vaginalverkehr immer ein Präservativ verwenden.
  • Darauf achten, dass beim Oralsex kein Sperma oder Blut in den Mund gelangt. (Kein Samenerguss in den Mund, kein Oralsex während der Menstruation oder nach einer analen Penetration und schon gar nicht nach dem Fisten).

Auch Teil des Safer Sex ist die Strategie, auf eindringenden Geschlechtsverkehr zugunsten anderer sicherer Praktiken zu verzichten (z. B. gegenseitiges Masturbieren oder Fellatio ohne Samenerguss in den Mund), insbesondere bei Gelegenheitskontakten zwischen Männern.

Wie wirksam ist ein Kondom beim Anal- / Vaginalverkehr?
Bei analem und vaginalem Geschlechtsverkehr ist das Kondom das wirksamste Mittel, um sich gegen eine HIV-Infektion zu schützen und das Risiko einer Ansteckung oder Übertragung einer anderen sexuell übertragbaren Infektion deutlich zu senken.

Laboranalysen bestätigen: Ein intaktes Kondom kann von Krankheitserregern nicht durchdrungen werden. Die Fähigkeit eines Virus, durch die Poren des Materials zu gelangen, hängt nicht von der Grösse des Virus ab, sondern vom Durchdringungsvermögen der Flüssigkeit, in der sich das Virus befindet. Da ein unbeschädigtes Kondom keine Flüssigkeit durchlässt, sind auch alle Viren und Bakterien blockiert. Die Kondome stellen eine mechanische Barriere dar und schützen beide Partner gleichzeitig.

Kondome bieten jedoch keinen 100%igen Schutz gegen HIV und die STI, wenn sie falsch aufbewahrt oder angewendet werden. 

Material zum Schutz

Wenn das Kondom abrutscht oder reisst, können der Situation angepasste Notfallmassnahmen (PEP) getroffen werden

Ich hatte eine Risikosituation

Gemäss Studien verhindert die korrekte und systematische Verwendung von Präservativen zuverlässig die Übertragung von HIV.

Kondome bieten nicht für alle STI den gleichen Schutz.

Zwar können Krankheitserreger (Virus, Bakterien, Protozoen, Pilze) ein intaktes Kondom nicht durchdringen, aber ein Kondom deckt nicht alle Stellen ab, über die eine Infektion durch die Erreger erfolgen kann. Die Verwendung von Kondomen kann das Risiko einer STI-Infektion um bis zu 80 Prozent senken.

Welcher Schutz ist bei Oralsex erforderlich?

Das Risiko einer HIV-Infektion beim Oralsex ist gleich null, wenn kein Sperma oder Blut in den Mund gelangt. Die Empfehlung, kein Sperma in den Mund zu nehmen oder zu schlucken und die anderen Arten von ungeschütztem Oralsex als nicht risikoreich einzustufen, wird von den verfügbaren Daten bestätigt.

In der medizinischen Literatur finden sich Artikel zu ungefähr 20 Fällen, in denen die betroffenen Personen vermuten, sich beim Oralsex angesteckt zu haben. Bei den meisten handelt es sich um Fellatio mit Samenerguss in den Mund und Verletzungen der Mund- oder Rachenschleimhaut.

Biologische Daten erklären, warum beim Oralverkehr kein Risiko einer HIV-Übertragung besteht, wenn kein Sperma oder Blut in den Mund gelangt. Der Speichel besitzt die Fähigkeit, Viren zu blockieren, und die Mundschleimhaut enthält weniger Eintrittspforten für das HI-Virus als die Anal- oder Genitalschleimhaut. Zudem ist beim Oralsex die Expositionsdauer kürzer und die Menge an infektiöser Flüssigkeit kleiner als bei analen oder vaginalen Penetrationen.

Andere STI sind leichter übertragbar als HIV und können auch bei ungeschütztem Oralsex übertragen werden, selbst ohne Samenerguss und Kontakt mit Blut. Um STI-Infektionen zu verhindern, reichen die Safer-Sex-Regeln für Oralverkehr nicht aus. Dazu müsste beim Oralsex entweder ein Dental Dam oder ein Kondom verwendet werden.

Darum empfehlen wir mindestens einmal jährlich oder bei Symptomen ein STI-Test auch im Rachenbereich vorzunehmen.

Wie wirksam ist Safer Sex?

Safer Sex hat sich seit Beginn der HIV-Epidemie als sehr wirksam erwiesen.

Diese Strategie ist leicht verständlich und umsetzbar sowie kostengünstig.