Gesundheitszentrum für die Community

Checkpoint ist ein Gesundheitszentrum für die Community für schwule Männer und andere Männer, die Sex mit Männern haben, und für Transmenschen und ihre Angehörigen.

Syphilis

Die Syphilis ist eine bakterielle, sexuell übertragbare Infektion (STI), die unter schwulen Männern und Männern, die Sex mit Männern haben, sehr verbreitet ist. Syphilis kann auch übertragen werden, wenn die Safer-Sex-Regeln eingehalten werden, besonders beim Blasen.

Bis zur Entdeckung des Penicillins im Jahr 1943 war Syphilis, die durch das Bakterium Treponema pallidum verursacht wird, unheilbar. Danach war diese STI, die auch Lues genannt wird, fast verschwunden.

Doch seit mehreren Jahren nimmt die Zahl der Syphilis-Fälle stetig zu, vor allem bei Männern, die Sex mit Männern haben.

Es ist wichtig, sich regelmässig testen zu lassen, auch wenn keine Symptome vorhanden sind. Mindestens einmal jährlich bei mehr als einem Sexualpartner und mindestens zweimal jährlich bei mehr als 10 Sexualpartnern.

Je höher die Zahl der Sexualpartner, desto grösser das Risiko einer STI-Infektion.

Welches sind die Symptome der Syphilis?

Die Syphilisbakterien dringen durch die Schleimhaut oder auch durch feinste Verletzungen der Haut ein. Von dort beginnt eine langsam fortschreitende Erkrankung des ganzen Körpers, die meist in Stadien verschiedene Organsysteme befällt. Die Inkubationszeit kann sehr variabel sein (10-90 Tage), im Durchschnitt liegt sie bei 21 Tagen. Nicht selten bleibt eine Infektion unerkannt.

syphillis

Primärstadium

An der Eintrittstelle des Bakteriums in den Organismus (Eichel/Penis, Scheide, Mund oder Anus, aber auch anderen Lokalisationen) entsteht eine derbe Verhärtung, aus der im Verlauf ein schmerzloses Geschwür werden kann. An wenig zugänglicher Lokalisation (z. B. im Anus) kann das Geschwür unbemerkt bleiben, bei sehr variabler Ausprägung wird es auch leicht verkannt (z. B. im Mund als Aphte) Das Geschwür ist sehr infektiös, die örtlichen Lymphknoten schwellen an.

Sekundärstadium

Wenn die Syphilis nicht diagnostiziert und nicht behandelt wird, entwickelt sie sich weiter und 6 Wochen bis 6 Monate später können über den ganzen Körper verteilt Hautveränderungen auftreten, die sehr unterschiedlich, zum Teil auch äusserst spärlich ausfallen können. Zumeist handelt es sich um Rötungen, die nicht jucken und auch Hand- und Fussflächen betreffen können. Zudem können Veränderungen an den Schleimhäuten, Haarausfall und Pigmentstörungen auftreten. Begleitend kann eine Gesamtreaktion mit Fieber, Müdigkeit, Kopfschmerzen und Muskelschmerzen auftreten. Dies führt zu allgemeiner Lymphknotenschwellung. Zum Teil sind die Haut-/Schleimhautveränderungen nur sehr spärlich und/oder kaum Begleitsymptome vorhanden. Diese Symptome verschwinden ebenfalls ohne Behandlung wieder. Bluttests im Labor und Schnelltest fallen in den meisten Fällen positiv aus. Bei Hinweisen auf Mitbefall des Hirns wirds auch die Hirnflüssigkeit untersucht. Die infizierte Person bleibt ansteckend. Nach einer oftmals Monate oder Jahre andauernden Phase ohne klinische Zeichen folgt das Tertiärstadium.

Tertiärstadium

Dies wird heute sehr selten gesehen. Es kommt zu Veränderungen insbesondere am Gefässsystem (insbesondere mit gefährlicher Aussackung grosser Gefässe). Zudem können geschwürige Verdickungen mit gummiartiger Konsistenz auftreten. Jedes Organ kann davon betroffen sein.

Quartärstadium

Ebenfalls selten geworden, zeigen sich in diesem Stadium Veränderungen im Bereich von Hirn (Persönlichkeitsveränderungen, Hirnschlag) und Rückenmark (einschiessende Schmerzen).

Wie weiss ich, ob ich Syphilis habe?

Man hat bei mir noch nie Syphilis diagnostiziert

Mit einem Tropfen Blut aus den Fingerbeeren kann ein Schnelltest zum Nachweis der Antikörper vorgenommen werden. Bei einem reaktiven oder nicht eindeutigen Testergebnis wird eine serologische Untersuchung (ausgehend von einer Blutprobe) durchgeführt. Der Schnelltest zeigt 2 Monate nach Infektion und damit ab (und zumeist inklusive) Stadium zwei zuverlässig an. Der serologische Labortest wird z. T. bereits etwas früher positiv, die PCR-Untersuchung zeigt am frühesten ein positives Testergebnis.

Bei mir wurde bereits Syphilis diagnostiziert

Auch wenn im Organismus überhaupt keine Bakterien mehr vorhanden sind, bleiben bestimmteSyphilis-Antikörper im Blut bestehen. Da der Schnelltest genau diese Antikörper nachweist, würde er immer positiv anzeigen. Bei einer serologischen Untersuchung im Labor kann aber die Höhe dieses Antikörpers bestimmt und mit den letzten Werten verglichen werden. Damit lässt sich unterscheiden, ob es sich um eine Serumnarbe der alten Infektion oder eventuell um eine Neuinfektion handelt. Die vorhandenen Antikörper, die zur Bekämpfung des Syphilis-Erregers gebildet wurden, schützen in keiner Weise vor einer Neuansteckung.

Wie kann Syphilis behandelt werden?

Penicillin ist nach wie vor die beste Therapie zur Behandlung von Syphilis. Wenn die betroffene Person eine Penicillin-Allergie hat, kann ein anderes Antibiotikum verschrieben werden. Um den Heilungsprozess zu kontrollieren, werden dreimonatliche serologische Kontrollen durchgeführt.

Wie steckt man sich mit Syphilis an?

Syphilis überträgt sich durch Haut/Schleimhautkontakte, in erster Linie durch sexuelle Kontakte (Penetration oder Oralverkehr) mit einer Person in der infektiösen Phase. Bei einem einmaligen sexuellen Kontakt beträgt das Übertragungsrisiko zwischen 30 und 60%. Die Übertragung von Syphilis durch Oralverkehr ist häufig und auch durch Küssen möglich.

Welcher Zusammenhang besteht zwischen Syphilis und HIV?

Syphilis kann die Wahrscheinlichkeit sich mit HIV anzustecken erhöhen. Bei HIV-positiven Personen können insbesondere bei fortgeschrittener Immunsuppression die Werte der Syphilisserologie schwieriger zu interpretieren sein, mitunter auch falsch negativ ausfallen.

Wie viele Syphilis-Infektionen gibt es?

Laut Stand 2013 werden in der Schweiz jährlich rund 350 Menschen mit Syphilis angesteckt, über 80% der Infizierten sind Männer.