Gesundheitszentrum für die Community

Checkpoint ist ein Gesundheitszentrum für die Community für schwule Männer und andere Männer, die Sex mit Männern haben, und für Transmenschen und ihre Angehörigen.

Hepatitis

Unter den durch Viren ausgelösten Leberentzündungen («virale Hepatitiden») sind Hepatitis A, B und C unter Männern, die Sex mit Männern haben, die häufigsten. Gegen Hepatitis A und B wird eine Impfung empfohlen.

Hepatitis A

Hepatitis B

Hepatitis C

Hepatitis A

Das Hepatitis-A-Virus wird durch fäkal-orale Kontakte oder Schmierinfektionen übertragen. Neben Reiserückkehrern sind Männer, die Sex mit Männer haben, besonders oft betroffen – unter anderem verursacht durch das Rimming.

Heilung und Behandlung

Die akute Erkrankung ist gekennzeichnet durch Fieber, Leistungsknick, Magen-Darm-Beschwerden, hohe Leberwerte und (in 70%) Gelbsucht, mit Anhalten über mehrere Wochen/Monate. Die Erkrankung wird nicht chronisch und heilt in der Regel spontan aus.

Wie schützt man sich?

Am Besten durch eine Impfung! Die Impfung – 2 Injektionen – ist so wirksam, dass eine Messung der Antikörper nicht notwendig ist. Es gibt eine kombinierte Impfung gegen Hepatitis A und B

Hepatitis B

Das Hepatitis-B-Virus wird über den Kontakt mit Körperflüssigkeiten von Hepatitis-B-Trägern übertragen. Die Übertragung erfolgt beim Sex (genital, anal, oral) oder durch gemeinsame Benutzung von Utensilien beim Drogenkonsum. Chronisch erkrankte Patienten können äusserst infektiös sein.  Weltweit wurden speziell in Asien und Afrika viele Menschen bei Geburt infiziert.

Heilung und Behandlung

Die akute Erkrankung kann untypisch verlaufen, im Allgemeinen finden sich aber eine Gelbfärbung, Leistungsknick, Bauchbeschwerden und/oder Fieber. Die Erkrankung heilt zumeist aus, bei 5-10% kann es aber zu einem chronischen Verlauf kommen. Durch Behandlung (normalerweise in Tablettenform) kann die Krankheit kontrolliert werden, damit werden auch Komplikationen (Leberzirrhose, Leberzellkrebs) verhindert.

Wie schützt man sich?

Am Besten durch eine Impfung! Eine Hepatitis-B-Impfung besteht aus drei Injektionen. Es gibt eine kombinierte Impfung gegen Hepatitis A und B. In der Schweiz wurde die Hepatitis B-Impfung 1997 als Schulimpfung eingeführt (Alter 11-15 Jahre). Allerdings erreichen 5-10% keinen (lebenslangen) Impfschutz. Aufgrund der erhöhten Gefährdung ist eine Überprüfung des Impfschutzes (Messung der Antikörper) bei Männern, die Sex mit Männern haben sinnvoll. Falls die «Grundimpfung» nicht bereits zu lebenslangem Schutz geführt hat, kann dieser bei den meisten durch Wiederholungsimpfungen erreicht werden.

Hepatitis C

Hepatitis C ist eine virale Leberentzündung durch das Hepatitis-C-Virus. Die Übertragung erfolgt durch Blut-Blut-Kontakt.

Dabei reichen schon kleinste Mengen zur Übertragung. Das Hepatitis-C-Virus ist lange ausserhalb des Körpers aktiv und kann auch über eingetrocknetes Blut übertragen werden.

Wie schützt man sich?

Bislang gibt es keine Impfung gegen Hepatitis C.

Schutz bietet die Vermeidung der Übertragungsrisiken:

  • Beim Sniffen von Drogen mit der Benutzung von Banknoten oder der gemeinsamen Benutzung von Röhrchen (Übertragung über Läsionen in der Nasenschleimhaut);
  • beim gemeinsamen Drogenkonsum mit Spritzen: gemeinsame Spritzenbenutzung, aber auch gemeinsame Benutzung desselben Ampulle/Flasche, gemeinsame Benutzung von Löffeln, Wasser oder Rührwerkzeug;
  • beim Sex unter HIV-positiven Männern: dort werden vermehrt Übertragungen gesehen, meist im Zusammenhang mit Sexualtechniken, bei denen es zu Blutkontakt kommen kann. Dazu gehören: Fistfucking, wenn nicht für jeden Partner neue Handschuhe verwendet werden gemeinsame Verwendung von Sex-Toys Benutzung von Gleitmittel aus gleichem Topf; für verschiedene Partner
  • selten bei gemeinsamer Benutzung von Toilettenartikel wie Rasierklingen, an denen winzige Blutreste sein können.
Heilung und Behandlung

Bei akuter Infektion: unter engmaschiger Kontrolle wird der Spontanverlauf abgewartet. Etwa 25% der Patienten heilen ihre Hepatitis C ohne Therapie spontan aus.

Ist dies nicht der Fall, bzw. wurde die Erkrankung in einem späteren chronischen Stadium festgestellt, ist der Entscheid über Notwendigkeit und Art der Hepatitis C-Behandlung von zahlreichen Faktoren abhängig (Verlauf der Erkrankung, insbesondere unter Beachtung der Lebersituation (Fibroscan), Zusatzerkrankungen, Nebenwirkungen der Medikamente, Verfügbarkeit der gut wirksamen und nebenwirkungsarmen neuen Hepatitis C-Therapien etc.).