Gesundheitszentrum für die Community

Checkpoint ist ein Gesundheitszentrum für die Community für schwule Männer und andere Männer, die Sex mit Männern haben, und für Transmenschen und ihre Angehörigen.

Pilze und Parasiten

Befall durch Pilze und Parasiten, sowie bakterielle Infektionen werden auf Verdacht hin immer behandelt.

Krätze

Filzläuse

Candida

Krätze

Die Krätze (Scabies) entsteht durch Hautbefall mit der Krätzemilbe (Sarcoptes scabiei). Reaktionen auf Bestandteile der Milbe und ihre Exkremente verursachen heftigen Juckreiz.

Übertragung

Die Übertragung erfolgt durch engen Hautkontakt. Selten kann Übertragung durch Kleider oder Bettwaren erfolgen. Welche Sexpartner und Kontaktpersonen ebenfalls behandelt/ abgeklärt werden sollten, hängt von der Art und Länge von Hautkontakten mit diesen Personen in den vorhergehenden 6 Wochen ab.

Inkubationszeit

Eine übertragene Krätzemilbe kann sich innerhalb einer Stunde in die Haut einbohren. Aus den dort gelegten Eiern schlüpfen nach ca. 10 Tagen neue geschlechtsreife Milben. Bis zum Auftreten des (quälenden) Juckreizes vergehen 2–6 Wochen, bei Reinfektion kann er aber bereits nach 1–4 Tagen auftreten.

Symptome

Das Hauptsymptom ist ein intensiver Juckreiz, der sich gewöhnlich 2–6 Wochen nach der Infestation einstellt, bei erneut infizierten Personen aber bereits nach 1–4 Tagen auftreten kann. Der Juckreiz ist häufig nachts oder unter der warmen Dusche am Stärksten. An typischen Stellen (zwischen den Fingern; an den Aussenseiten von Händen, Füssen, auf Handgelenken, Ellbögen, Penis und Hodensack, Achselfalte) können sich Milbengänge zeigen. Durch Reaktionen auf Milbenbestandteile können kleine silbrige Linien und einer Allergie ähnliche Hautveränderungen mit kleinen Bläschen und Knötchen entstehen. Durch Kratzen bei intensivem Juckreiz wird die Haut rauh und verdickt.

Diagnose

In aller Regel wird die Diagnose aufgrund der Untersuchungsbefunde gestellt. Falls erforderlich, werden die Milben aus den Gängen durch Freipräparation mit einer kleinen Nadel isoliert und mikroskopisch dargestellt. Unter Umständen kann auch die Entnahme einer kleinen Hautprobe erforderlich sein.

Behandlung

Auftragen von 1% Permethrin am ganzen Körper; beim Erwachsenen kann die Kopfregion ausgespart bleiben. Dies sollte für mindestens 8 Stunden belassen und vor Ablauf von 12 Stunden abgespült werden. Sollten zwischenzeitlich die Hände gewaschen werden müssen, ist nochmaliger Auftrag auf die Hände erforderlich. Bettwäsche und Kleider mit über 50°C waschen. Der Juckreiz kann auch nach der Behandlung aufgrund der allergischen Reaktion noch einige Tage oder Wochen weiterbestehen.

Filzläuse

Filzläuse, respektive Schamläuse (Phthirus pubis) ist eine von drei Lausarten, die den Menschen befallen (daneben gibt es noch die Kopflaus und die Körperlaus). Filzläuse haften mit ihren Greifwerkzeugen an starken Körperhaaren. Dies sind vor allem Haare im Genitalbereich, um den Anus und auch an den Beinen, Unterarmen und an der Brust. Sie befallen selten Wimpern, Augenbrauen, Achselhaare oder Bart.

Übertragung

Direkter Kontakt mit einer befallenen Person an den betroffenen Körperregionen (meistens sexuelle Kontakte) Weniger häufig ist direkter Kontakt mit befallener Bettwäsche und Kleidern

Inkubationszeit

Von Sexualpartnern erworbene Läuse können sofort mit Blut saugen beginnen. Nach 7–10 Tagen schlüpfen aus Eiern Nymphen, die unmittelbar danach ebenfalls Blut benötigen.

Symptome

Die Läuse oder deren Eier können unter Umständen an den Haaren gesehen werden juckende rote Papeln bläuliche Flecken an Bissstellen, insbesondere am Unterbauch und den Schenkeln

Diagnose

Zumeist kann die Diagnose aufgrund der typischen klinischen Veränderungen gestellt werden. Die Untersuchung von gefundenen Läusen oder Eiern unter einem Mikroskop erübrigt sich dadurch meist.

Behandlung

Behandlung mit 1% Permethrinlösung, die auf alle Körperhaare abwärts des Halses aufgetragen werden sollte (Behandlung von Schnurrbart oder Bart nur bei Anzeichen von Befall) die Lösung sollte für 10 Minuten einwirken, dann ausgewaschen werden bei Bedarf Wiederholung nach einer Woche Waschen von Bettwäsche und Kleidern über 50°C Mitbehandlung des/der Sexualpartner mit Kontakt innerhalb des letzten Monats vor der Diagnose.

Kein enger Körperkontakt oder Sex für eine Woche nach Behandlung!

Candida

Bei einer Candidose oder Soor handelt es sich um einen Pilzinfektion. Die Pilze kommen bei allen Menschen natürlich auf der Haut und den Schleimhäuten vor. Bestimmte Faktoren können aber bewirken, dass er einen Wachstumsvorteil bekommt und Krankheiten hervorrufen kann.

Infektion mit Candida (Soor) im Genitalbereich

Der Hefepilz Candida (albicans) gehört auf der Haut und vielen Schleimhautbereichen zur natürlichen Besiedlung. Normalerweise führt seine Anwesenheit zu keinen Problemen.

Im Genitaltrakt treten Probleme insbesondere in der Leistenregion auf. Zumeist bei Übergewicht können dort Hautstellen aufeinanderliegen und feuchte Zonen bilden. In diesem feucht-warmen Milieu wächst Candida besonders gut.

Auch ein durch Antibiotikatherapie oder Kortisonbehandlung entstandenes Ungleichgewicht der friedlichen Besiedlung kann die Ursache sein. Zuckerkrankheit oder fortgeschrittene Immunschwäche (HIV, Chemotherapie) begünstigen das Wachstum von Candida zusätzlich.

Eine Erkrankung an Candida kann auf den Sexualpartner unter den genannten Bedingungen übertragen werden. Meistens ist eine Erkrankung jedoch durch eigene Faktoren verursacht. Beschnittene Männer bekommen nur selten eine Candida-Infektion der Eichel.

Symptome beim Mann

Bei Entzündung der Eichel sind oft juckend brennende Pünktchen oder auch grössere, grobe Areale zu sehen. Ausserdem kann es zu Brennen beim Wasserlassen kommen. Bei Befall der Leisten zeigen sich die Veränderungen oft beidseitig mit geröteten Arealen, die oft einen leichten Rand und Schuppenbildung aufweisen können. Längerfristig kann die Haut grob und rau wirken. Der Hodensack kann mitbetroffen sein.

Behandlung

Candida spricht sehr gut auf bestimmte Pilzmittel an (in Cremes oder in Tablettenform). Ohne Behebung der Ursachen, die das Wachstum der Candida fördern, kann es aber immer wieder zu örtlichen Problemen kommen.

Bei Bildung einer feuchten Stelle in der Leiste können verschiedene nicht-medikamentöse Massnahmen versucht werden: Gegebenenfalls Gewichtsreduktion; nach dem Baden abtupfen/trockenfönen; eng anliegende/synthetische Kleidung vermeiden; Hauttrocknung mit Babypuder. Unter Umständen sind eine Diabetes und/oder andere Ursachen für Immunsuppression zu suchen und zu behandeln.