Gesundheitszentrum für die Community

Checkpoint ist ein Gesundheitszentrum für die Community für schwule Männer und andere Männer, die Sex mit Männern haben, und für Transmenschen und ihre Angehörigen.

Präventionsmaterial

Kondome

Handschuhe und Fingerlinge

Gleitmittel

DentalDams und andere Folien

Was tun bei Allergien?

Wo finde ich dieses Material?

Der richtige und gewohnheitsmässige Gebrauch von geeignetem Schutzmaterial ist die beste Massnahme gegen eine Ansteckung und Übertragung von HIV und Hepatitis und das Übertragungsrisiko von anderen STI.

Kondome

Das (äussere) Männer- und das (innere) Frauenpräservativ im entscheidenden Moment richtig anzuwenden will gelernt sein.

Das beste ist für sich zu probieren, welche Art (Form, Grösse) die geeignetste ist. Wichtig ist das Präservativ zu finden, das einem punkto Empfindlichkeit, Komfort und Spass am besten passt.

Probiere Kondome schon vor dem ersten Sex für dich alleine aus. Mit ein wenig Übung ist der richtige Umgang rasch gelernt. Das bedeutet weniger Stress und ein richtiges und rasches Anziehen, wenn es dann soweit ist.

Ein richtig angewendetes Kondom:

  • Schützt vor HIV
  • Verringert das Risiko für andere STI (sexuell übertragbare Infektionen)
Qualitätsnormen

Es gibt Qualitätslabel für Kondome. Auf der Verpackung sind folgende Angaben zu finden:

Die Label MD-xxxxxx und CE-xxxxxx entsprechen den europäischen Standards bezüglich Qualität, Verpackung und Produktinformation. Damit sie auf den Markt kommen können, müssen Kondome eines der beiden Label erfüllen. Wer mehr darüber wissen will: www.guetesiegel.ch

Das Gütesiegel «OK» erfüllt die Schweizer Qualitätsstandards mit höheren Anforderungen bei den Tests als die europäischen Normen.

Alle Präservative mit einem dieser Label erfüllen die Qualitätsanforderungen. Einige sogenannte «Phantasiepräservative» – mit originellen Formen und Oberflächen – wie sie in Sexshops und im Handel zu finden sind, gehören nicht dazu.

Haltbarkeit

Das Haltbarkeitsdatum ist auf jeder Schachtel und jeder Einzelverpackung angegeben.

In der Regel sind Präservative (bei richtiger Aufbewahrung) vier bis fünf Jahre haltbar.

Aufbewahrung

Präservative sollten bei einer Temperatur zwischen 5 und 25 Grad Celsius aufbewahrt werden. Deshalb nicht der Sonne oder Eis aussetzen und nicht bei grösster Hitze im Handschuhfach des Autos oder in der feuchten Umgebung im Badezimmerschrank lagern!

Präservative nicht lose mit sich führen (in der Jackentasche oder direkt in der Hosentasche), sondern in einem Etui, damit sie vor Reibung und Druck geschützt sind.

Der Gummi ist zu eng?

Neben der Form und Dicke (2-10 Mikrometer) sind vor allem die Länge und Breite für die richtige Wahl entscheidend.

Ein gut sitzendes Präservativ steht dem Spass nicht im Weg und ist sicher. Zu kleine Präservative reissen oft, zu grosse rutschen gern ab. Dann bieten sie keinen Schutz mehr. Deshalb dürfen Präservative weder zu weit noch zu eng sein. Sie sollen auch weder zu kurz noch zu lang sein. Ein gut sitzendes Präservativ deckt den ganzen erigierten Penis ab, lässt sich leicht abrollen, bildet keine Falten und engt nicht zu stark ein.

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Femidom … inneres oder «Frauenpräservativ»

Das Frauenpräservativ mit dem Marktnamen Femidom ist nicht aus Latex, sondern aus reissfestem, sehr dünnem und weichem Polyurethan.

Ein Femidom kann für Vaginalverkehr und, wenn der Ring im Innern entfernt wird, auch für Analverkehr benutzt werden.

Es hat den Vorteil, den Penis nicht einzuengen, ist sehr robust, erlaubt ein längeres Zusammensein (sofortiger Rückzug nach dem Samenerguss ist nicht nötig) und verursacht keine Allergien.

Ausserdem ist das Risiko kleiner, dass das Präservativ ins Innere der Vagina oder des Anus gleitet, wenn die Erektion beim Eindringen leicht abflaut. Das Frauenpräservativ ist deutlich teuer als das Männerpräservativ und in Apotheken und im Internet erhältlich.

Handschuhe

Wenn die Finger oder die ganze Hand benutzt werden, Sorgfalt walten lassen und Handschuhe verwenden. Schmuck (Ringe, Armreifen usw.) ausziehen und darauf achten, dass die Fingernägel sauber und gut geschnitten sind.

Handschuhe sind in der Regel aus Latex (Chirurgenhandschuhe), können aber auch aus Polyurethan, Nitril oder Silikon sein.

Die Finger des Handschuhs können abgeschnitten und als Fingerlinge verwendet werden, wenn nur ein Finger benutzt wird oder um die Geschlechtsorgane eines Transmannes zu schützen.

Die Handschuhe und Fingerlinge müssen neu sein, sind zum einmaligen Gebrauch bestimmt. Für jeden Partner und jede Körperöffnung (Vagina/Anus) neue Handschuhe verwenden!

Gleitmittel

Gels auf Wasser- (die üblichsten), Silikon- oder Glyzerinbasis können zusammen mit Präservativen und Handschuhen aus Latex verwendet werden. Fettcremen (wie Crisco© oder Vaseline) hingegen machen Latex porös. Sie können aber zusammen mit Handschuhen und Präservativen aus Polyurethan oder Nitril verwendet werden.

Öl- oder fetthaltige Produkte greifen den Latex an und führen zu Rissen. Deshalb weder Körpercreme, Bodylotion, Sonnenöl, Babyöl, Vaseline, Butter noch andere Fette (Crisco) als Gleitmittel mit Material aus Latex verwenden.

Dental Dams und andere Folien

Bei Fellatio- und Cunnilinguspraktiken kann das Übertragungsrisiko einer STI weitgehend reduziert werden, wenn ein Lecktuch (Dental Dam) oder ein ähnliches Produkt verwendet wird.

Wie benutze ich ein Dental Dam?

Das Dental Dam wird zwischen Mund und Vulva oder Anus gelegt. Damit es hält, wird es auf der der Vagina oder dem Anus zugewandten Seite mit einem Gleitmittel auf Wasser- oder Glyzerinbasis benetzt.

Nie mit demselben Dental Dam die Körperöffnung oder die Partnerin/den Partner wechseln. Das Dental Dam ist wie das Präservativ nur für den einmaligen Gebrauch gedacht: nur 1 Mal für nur 1 Partner/in.

Was sind die Risiken, wenn ich kein Dental Dam verwende?

Ein Dental Dam zu verwenden ist während der Menstruation stark zu empfehlen oder bei einer bekannten aktiven oder infektiösen STI des Partners oder der Partnerin.

Bei ungeschützten Fellatio- und Cunnilinguspraktiken ist das HIV-Risiko null (wenn kein Blut oder Sperma im Spiel ist), hingegen können andere STI übertragen werden.

Deshalb wird empfohlen: Sich gegen Hepatitis A und B impfen lassen. Bei Symptomen 1 bis 2 Wochen nach ungeschützten Fellatio- und Cunnilinguspraktiken zum Arzt gehen. Sich mindestens einmal jährlich testen lassen (mit Rachen-/Halsabstrich), auch wenn keine Symptome vorhanden sind.

Was tun bei Allergien?

Es können verschiedene Arten von Allergien (Latex, Gleitmittel) auftreten. Aber es gibt Lösungen!

Latexallergie

Wenn Ekzeme auftreten oder bei bekannter Empfindlichkeit gegen Haushaltshandschuhe, sollten keine Latexpräservative verwendet werden. Es gibt Präservative ohne Latex. Auf dem Schweizer Markt ist die Marke Ceylor Original© mit dem OK-Label erhältlich. Ausserdem gibt es noch Durex Avanti©.

Hypoallergene Präservative, zum Beispiel der Marke Crystal von Manix©, sind auch geeignet für Personen, die latexempfindlich sind.

Auch das Femidom aus Silikon kann eine Alternative sein.

Gleitmittelallergie

Benutze Präservative ohne Gleitmittel oder Puder und Spezialgleitmittel auf Glyzerinbasis.

Wo finde ich dieses Material?