Gesundheitszentrum für die Community

Checkpoint ist ein Gesundheitszentrum für die Community für schwule Männer und andere Männer, die Sex mit Männern haben, und für Transmenschen und ihre Angehörigen.

Therapien und Behandlungen

HIV

Hepatitis

Andere virale Infektionen (Herpes, HPV)

Bakterielle Infektionen (Syphilis, Chlamydien und Tripper/Gonorrhoe)

Bei HIV: Antiretrovirale Therapie (ART)

Mittlerweile stehen so viele Mittel der antiretroviralen Therapie zur Verfügung, dass für jede Patientensituation eine passende und nebenwirkungsarme Kombination gefunden werden kann.

Mit Verlaufskontrollen wird die Wirksamkeit und Verträglichkeit überwacht. Bei regelmässiger Einnahme bleibt die Therapie im allgemeinen jahr(zehnt)elang wirksam.

Unter vollständiger Suppression der Viruslast – die Viruslast ist nicht mehr nachweisbar – und bei Fehlen weiterer sexuell übertragbarer Erkrankungen wird das HI-Virus in einer festen Partnerschaft nicht übertragen.

Der Therapiestart ist abhängig vom Zeitpunkt der Diagnose (Sonderfall Primoinfektion, siehe unten), von der Immunsituation (Helferzellhöhe, -verlauf) und von individuellen Faktoren (Zusatzerkrankungen, Alter etc.).

Zumeist wird eine Kombination von drei Medikamenten eingesetzt, im einfachsten Fall sind die drei Wirkstoffe in einer einzigen Tablette kombiniert, die einmal täglich eingenommen wird. Die Einnahme der Tablette ist nur noch vereinzelt von der Nahrungsaufnahme abhängig. Eine Heilung von HIV muss weltweit als extremen Sonderfall bezeichnet werden. Bei sehr frühem Therapiestart (in den ersten Tagen/Wochen einer HIV-Infektion) konnte vereinzelt nach den ersten Therapiejahren eine stabile Immunsituation auch ohne Therapie beobachtet werden.

HIV-Patienten unter Therapie können weitgehend die gleiche Lebenserwartung wie Nichtinfizierte erreichen, insbesondere wenn Risikofaktoren für eine vorzeitige Alterung des Herz-Kreislauf-Systems vermieden werden (kein Rauchen, Behandlung von Bluthochdruck).

Behandlung von Hepatitis

Eine akute oder chronische Hepatitis-Infektion kann schwerwiegende Auswirkungen haben. Es ist daher empfehlenswert, sich wenn möglich gegen Hepatitis A und B zu impfen. Wird eine Infektion früh diagnostiziert, können die Auswirkungen und die Übertragung mit einer Behandlung eingeschränkt werden.

Hepatitis A und B

Die Mehrheit der Infektionen mit Hepatitis A und B verlaufen asymptomatisch. Hepatitis-A-Infektionen heilen in jedem Fall, Hepatitis-B-Infektionen heilen in 90 % der Fälle spontan ab.

Doch ein Teil der Hepatitis-B-Infektionen können sich zu einer chronischen Hepatitis entwickeln (10 % der Fälle). Diese können mit Hilfe von immunmodulierenden und/oder antiviralen Medikamenten behandelt werden. Mit diesen können die Auswirkungen der Infektionen eingeschränkt werden. Eventuelle schon vorhandene Organschädigungen können jedoch nicht rückgängig gemacht und die Infektion nicht geheilt werden.

Eine chronische, unbehandelte oder zu spät behandelte Infektion kann zu einer Zirrhose oder sogar zu Krebs führen.

Eine chronische Hepatitis-B-Infektion ist ansteckend.

Das einfachste und wirksamste Mittel, um sich vor diesen Risiken zu schützen, ist die Impfung gegen Hepatitis A und B. Die Kosten dieser Impfungen werden bei Männern, die Sex mit Männern haben, von der Krankenkasse-Grundversicherung übernommen.

Nach einer Exposition mit Hepatitisviren kann eine rasche Impfung verhindern, dass sich die Infektion im Körper installiert und chronisch wird.

Impfung

​Hepatitis C (HCV)

Die grosse Mehrheit der Infektionen verlaufen asymptomatisch (90 % der Fälle), werden meistens chronisch (70 % der Fälle) und sind extrem ansteckend.

Chronische Hepatitis-C-Infektionen (70 % der Fälle) können heute mit antiviralen Medikamenten behandelt werden, mit denen die Infektion meistens unter Kontrolle gebracht wird und die Folgen eingeschränkt werden können. Derzeit werden neue sehr effiziente Medikamente zur Behandlung von Hepatitis C zugelassen.

Die Einhaltung der Safer-Sex-Regeln reduziert das Infektionsrisiko deutlich, vor allem die Verwendung von Schutzmaterial bei «harten» Praktiken wie dem Fisten.

Safer Sex

Je früher eine Infektion diagnostiziert und behandelt wird, desto schwächer sind ihre Folgen. Es wird daher empfohlen, sich einmal jährlich auf Hepatitis C testen zu lassen.

Testen

Ko-Infektionen HIV/HCV

Andere virale Infektionen (HSV, HPV)

Diese viralen Infektionen verbleiben im Körper und können von Zeit zu Zeit wieder zu Symptomen führen. Die Behandlung erfolgt lokal (Cremen) oder mit Medikamenten, die punktuell oder dauerhaft verschrieben werden. Sie reduzieren die Symptome, deren Intensität und/oder deren Häufigkeit. Manchmal ist es auch möglich, sie für einen Moment oder längerfristig zum Verschwinden zu bringen.

Herpes-simplex-Virus (HSV)

Der erste Schub nach der Infektion kann besonders heftig sein. Wenn zu diesem Zeitpunkt eine Behandlung durchgeführt wird, kann die Bildung eines Reservoirs von Herpesviren in den Ganglien (Nervenknoten) verhindert und so erneute Ausbrüche vorgebeugt werden. Bei Symptomen, die auf eine Herpes-Infektion hinweisen, sollte man sich so rasch als möglich, auf jeden Fall innerhalb von 72 Stunden, in Behandlung begeben, damit eine Frühbehandlung durchgeführt werden kann.

Herpes

HPV – Humanes Papillomavirus

Bestimmte HPV-Stämme können zur Bildung von Feigwarzen im Genitalbereich und/oder im Analbereich oder im After führen. In einigen Fällen können sie mit lokalen Behandlungen zum Verschwinden gebracht werden; in anderen Fällen müssen sie chirurgisch entfernt werden.

Wenn solche Warzen auftreten, wird empfohlen den Arzt/die Ärztin aufzusuchen, um zu verhindern, dass sie sich weiterentwickeln oder eine Krebserkrankung entsteht.

Jüngere Personen können sich – vor allem vor dem ersten sexuellen Kontakt – gegen HPV impfen lassen, wodurch das Risiko der Bildung von Feigwarzen reduziert wird.

HPV

Bakterielle Infektionen(Syphilis, Chlamydien, Tripper/Gonorrhoe)

 

Bakterielle Infektionen können mit Antibiotika geheilt werden. Diese können einmalig durch eine Injektion in den Muskel oder oral verabreicht werden. Die Wirksamkeit der Behandlung muss manchmal durch eine oder mehrere Kontrolluntersuchungen überprüft werden. Dies ist insbesondere der Fall bei Syphilis.

Bei einer bakteriellen Infektion ist es wichtig, die Partner/innen zu informieren, damit sie sich ebenfalls testen und/oder behandeln lassen können.

 

Syphilis

Chlamydien und Tripper/Gonorrhoe